Jetzt auch noch Beteiligung? Was soll ich denn noch alles machen? Und wann soll ich noch zu einem Seminar fahren? Dann sieht mich meine Familie ja nie, …neben meiner Arbeit als Ratsmitglied!
Et cetera. Das bedeutet „und die übrigen Dinge“ am Ende einer Aufzählung. Denn genau das ist Bürgerbeteiligung oft: Alles, was dann noch kommt, wenn man aufzählen will, welche Aufgaben eine Kommunalpolitikerin / ein Kommunalpolitiker so alles um die Ohren hat: Sitzungen, Ausschüsse , Ortsverein, Pressetermine, mit Investorinnen sprechen, in Jurys sitzen, Parlamentarische Abende, Messeeröffnung, Klettergerüste einweihen, Grußwort beim Kaninchenzüchterverein, Grünkohlessen bei der Freiwilligen Feuerwehr, Gespräch mit der TUS-Vorsitzenden,… etc.pp.
„Und dann soll ich auch noch über Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten bescheid wissen!“. Klar: Da kann man Seminare besuchen, sich bei Webinaren anmelden – aber so richtig realistisch ist das bei dem auch zeitlich anspruchsvollen Ehrenamt nicht wirklicht.
Mit unserem Podcast treffen Sie die spannendsten Menschen, die tolle Bürgerbeteiligung machen. Und Sie bekommen Tipps und Anregungen für Ihre eigene Arbeit, quasi im Vorbeigehen.
Ob auf dem Weg ins Rathaus oder ins Fitnessstudio oder von der Sitzung nach Hause, morgens zum Aufstehen oder am Wochenende beim Kochen. Wissen und Ideen zum Immerdabeihaben.
Unterhaltsam, handlungsorientiert, mit ganz viel neuen Ideen und Spaß.
Behalten Sie sich mit uns die Lust auf Demokratie!

Kommunalpolitik ist ein anspruchsvolles Ehrenamt. Immer neue Anforderungen brechen über die engagierten Ratsmitglieder, Stadtvertreter, Stadtverordnete, Ortsräte, Gemeinderäte, Bürgervorsteher, Ortsbürgermeisterinnen, Bezirksratspolitikerinnen und -politiker herein: Bauvorschriften, Planungsvorgaben, Investoren, Umweltschutz, Denkmalschutz, wütende oder besorgte oder interessierte Bürger… Noch nie war es so komplex, Politik zu machen. Und jetzt auch noch Bürgerbeteiligung, Jugendbeteiligung, digitale Beteiligung – wer soll da noch durchsteigen? Zumal die Zeit, sich fortzubilden, begrenzt ist im Spagat zwischen Familie zu Hause und Ortsverein oder Ortsverband. Darum dieser Podcast: Wir machen Beteiligungswissen leicht zugänglich. Sprechen mit spannenden Menschen aus der Praxis. Mit ganz viel Spaß, wie bei allen Projekten von Politik zum Anfassen e.V.
In dieser Episode von etc. PB sprechen Michel und Sebastian mit Gregor über ihr KI-Tool namens Wahl.chat. Wahl.chat ist ein Tool, das auf Basis der Wahlprogramme der Parteien Fragen zu deren Positionen beantwortet. Das Ziel ist es, den Zugang zu politischer Bildung zu erleichtern. Die sind Teil eines Teams und forschen im Bereich Psychologie und KI in Cambridge und haben das Tool dort gemeinsam mit anderen entwickelt.
Was ist Wahlchat? Ein KI-basiertes Tool, das es Nutzern ermöglicht, Fragen zu den Positionen der Parteien zu stellen, die auf den jeweiligen Wahlprogrammen basieren. Es soll den Zugang zur politischen Bildung erleichtern und verständlicher machen.
Wie funktioniert es? Nutzer können Fragen stellen, und die KI antwortet basierend auf den Wahlprogrammen der Parteien. Die Antworten sind quellenbasiert, und das System versucht, neutral und faktentreu zu sein. Unter jeder Antwort kann man auf „Position einordnen“ klicken, um mehr Kontext und das Abstimmungsverhalten der Parteien zu sehen.
Wahlchat vs. Wahlomat: Wahlchat ist als Ergänzung zum Wahlomat gedacht. Während der Wahlomat eine Wahlempfehlung gibt, hilft Wahlchat den Nutzern, sich detailliert über die Positionen der Parteien zu informieren.
Entstehung: Die Idee entstand durch eine zufällige Entdeckung, dass der Opa von Ski Aggu am Wahl-o-mat mitgearbeitet hatte. Die beiden Entwickler fanden die Idee eines KI-basierten Wahl-Tools passend.
Neutralität: Wahlchat versucht, neutral zu sein, indem es alle Parteien gleich behandelt und keine wertenden Adjektive verwendet. Es gibt jedoch Diskussionen darüber, wie die Balance zwischen der Wiedergabe der Wahlprogramme und einer Einordnung dieser erreicht werden kann.
Verantwortung: Die Entwickler sehen eine große Verantwortung in der Bereitstellung eines Tools, das von vielen Menschen genutzt wird und möglicherweise ihre Wahlentscheidungen beeinflusst.
Nutzung: Wahlchat wird von verschiedenen Personengruppen genutzt, unter anderem auch von Schulen zur Vorbereitung auf Wahlen. Es gibt auch Nutzer, die versuchen, die KI auszutricksen.
Zukunft: Es gibt Pläne, weitere Datenquellen einzubinden, wie z.B. Plenarprotokolle des Bundestags. Die Entwickler planen auch, die Funktionsweise des Tools transparenter zu machen, indem sie die Anweisungen (Prompts) für die KI veröffentlichen.
Gefahren: Es wird diskutiert, dass KI ein Bias haben kann und es wichtig ist, mit gesundem Menschenverstand an die Informationen heranzugehen. Die Quellen der Antworten sollten immer hinterfragt werden. Die Nutzer sollten sich bewusst sein, dass die KI Fakten aus den Programmen aufbereitet, aber diese nicht bewertet.
KI in der Demokratie: Die Gäste sehen großes Potenzial für KI, um politische Prozesse zugänglicher zu machen. Sie wünschen sich solche Chatbots auf allen politischen Ebenen.
Weitere Themen:
Die Länge und der Inhalt von Wahlprogrammen: Kürzere Programme sind nicht unbedingt besser, da sie oft zu unkonkret sind. Es wird mehr Konkretheit und Klarheit gefordert.
Die Notwendigkeit, Quellen zu vertrauen und zu hinterfragen: In einer Welt, in der KI-generierte Inhalte immer häufiger werden, wird es wichtiger, die Quellen von Informationen zu überprüfen.
Musik am Ende:
Am Ende des Podcasts gibt es einen Song zum Thema Wahlchat, Parteiprogramme und KI im Stil von Deutschrap, der von einer KI generiert wurde.

Wir hoffen, diesem Kommentar folgen noch unzählige weitere.